Die AgiL stellt sich vor | Lotta De Carlo ­– Projektkoordinatorin

Jeden Monat stellen wir ein Teammitglied der AgiL vor. Im September haben wir die Chance genutzt und ein Interview mit unserer Projektkoordinatorin Lotta De Carlo geführt. Sie geht ab diesem Monat bis einschließlich Mai 2023 in Elternzeit. Wir wünschen Ihr alles Gute und freuen uns auf ihr Wiederkommen!

Lotta De Carlo Portrait quadratisch
Lotta de Carlo (Foto: Matthias Werner)
Welche Aufgabenschwerpunkte hast Du bei der AgiL?

Als Projektkoordination übernehme ich viele Hintergrund-Aufgaben bei der AgiL. Das Projekt gibt es ja gerade einmal ein gutes halbes Jahr. Insbesondere in den ersten Monaten habe ich mich um den Aufbau des Projektes und die Etablierung von internen Prozessen und Strukturen gekümmert, so dass wir als Team möglichst effektiv und strukturiert arbeiten können.

Neben der Orga-Arbeit habe ich auch einen Schwerpunkt auf Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement. So schreibe ich beispielsweise unseren monatlichen Newsletter, stelle hierfür die Veranstaltungs- und Förderhinweise zusammen und pflege unsere Webseite. Außerdem kümmere ich mich um das Berichtswesen. Als Projekt, das vom Land gefördert wird, müssen wir regelmäßig Berichte über unsere Aktivitäten schreiben und diese vor dem Hintergrund übergeordneter Projektziele evaluieren. Das ist viel Arbeit, hilft uns aber auch dabei, sowohl unsere Aktivitäten als auch unsere Ziele im Blick zu behalten und ihren Nutzen regelmäßig kritisch zu betrachten.

Was für einen Ausbildungshintergrund hast Du und was waren Deine beruflichen Stationen, bevor es Dich zur AgiL verschlagen hat?

Ich hatte die Möglichkeit im wundervollen Kopenhagen einen Bachelor in „Global Nutrition and Health“ mit Schwerpunkt auf „Public Health Nutrition and Food Policy“ am Metropolitan University College zu absolvieren. Außerdem habe ich zwei Masterabschlüsse, zum einen von der Hochschule Anhalt in Ökotrophologie, zum anderen in Food Science mit Schwerpunkt „Sustainable Food Systems“ von der Swedish University of Agricultural Science in Uppsala.

Zwischen meinem Bachelor und meinem Master sowie während meines Studiums habe ich bereits in unterschiedlichen Projekten gearbeitet und mich in diversen ernährungspolitischen Initiativen engagiert. So habe ich beispielsweise als studentische Hilfskraft beim INKOTA-Netzwerk sowie als freie Mitarbeiterin bei der Zukunftsstiftung Landwirtschaft gearbeitet. Daneben war ich viele Jahre sehr aktiv engagiert bei Slow Food Deutschland und habe neben meinem Masterstudium einen Bundesfreiwilligendienst in der Geschäftsstelle des Leipziger Ernährungsrats gemacht.

Womit beschäftigst Du Dich aktuell neben Deiner Tätigkeit bei der AgiL?

Auch nach Abschluss meines Bundesfreiwilligendienstes engagiere ich mich weiterhin für den Ernährungsrat. Seit April dieses Jahres bin ich auch im Vorstand des Vereins. Da ich bereits an der Antragstellung des Projektes „Bio-Regio-Modellregion Leipzig-Westsachsen“ mitgewirkt habe, ist mir das Vorhaben sehr ans Herz gewachsen, so dass ich die Modellregion im Rahmen meiner Vorstandstätigkeit weiter begleite.

Außerdem baue ich aktuell mit einer kleinen Gruppe engagierter Menschen eine Lebensmittelkooperative im Leipziger Westen auf. Wir haben uns vor einem Jahr zusammengefunden mit dem Ziel, bio-regionale Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen für mehr Menschen verfügbar zu machen. In den Räumlichkeiten eines Stadtteilvereins haben wir nun für die Kooperative ein Zuhause gefunden und bauen nun allmählich die Strukturen auf. Wir hoffen, dass wir damit in Zukunft auch Menschen aus dem Stadtteil erreichen und begeistern können, die bislang weniger Berührungspunkte mit regionalen und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln hatten.

Für welche Themen brennst Du ganz besonders?

Das Thema der sozialen Gerechtigkeit in unserem Ernährungssystem liegt mir besonders am Herzen. Als zentral sehe ich hier folgende Fragestellung: Wie schaffen wir es, dass ökologisch nachhaltig erzeugte Lebensmittel aus der Nische herauskommen, auch für Menschen mit geringem Einkommen finanziell tragbar sind und gleichzeitig Einkommensgerechtigkeit für die Produzent:innen unserer Lebensmittel sichergestellt wird? Ich sehe keine einfache Lösung in der Beantwortung dieser Fragestellung. Aber auch in Zukunft möchte ich mich sowohl im privaten wie auch im beruflichen Kontext dafür engagieren, dieser zentralen Herausforderung unseres Lebensmittelsystems zu begegnen und ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Lösungen für diese zu finden.


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