Unsere sächsische Leguminosen-Wertschöpfungskette auf den Öko-Feldtagen 2025

Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Ökolandbau des Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen (LfULG) sowie zahlreichen sächsischen Partner:innen präsentierten wir auf den Öko-Feldtagen 2025 eine funktionierende sächsische Wertschöpfungskette am Beispiel der Leguminosen. Bei einem Rundgang besuchten wir die beteiligten Akteur:innen – von Forschung und Entwicklung über Anbau, Aufbereitung und Verarbeitung bis hin zur Vermarktung – und informierten uns direkt an ihren Ständen über ihre Arbeit und Beiträge zur regionalen Wertschöpfungskette.

Leguminosen stärken die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Leguminosen spielen eine zentrale Rolle für eine nachhaltige Landwirtschaft. Sie tragen zur Verbesserung der Bodenstruktur bei und stärken die Artenvielfalt auf dem Feld. In Sachsen zählen vor allem Ackerbohnen und Erbsen zu den etablierten Kulturen, da sie gut an die regionalen Bedingungen angepasst sind. Durch Fortschritte in der Pflanzenzüchtung und den Einfluss des sich wandelnden Klimas gewinnen jedoch auch Sojabohnen, Lupinen, Kichererbsen und Linsen zunehmend an Bedeutung.

Wer den Anbau solcher Kulturen plant, sollte die gesamte Wertschöpfungskette – von der Produktion bis zur Vermarktung – im Blick behalten. Ein klar definierter Absatzmarkt ist dabei essenziell, um ökonomische Stabilität und langfristigen Erfolg zu gewährleisten.

So geht sächsische Wertschöpfung

Bei den Öko-Feldtagen 2025 haben wir von AgiL zusammen mit unseren Partner:innen gezeigt, wie eine sächsische regionale Wertschöpfungskette aussieht – am Beispiel der Leguminosen. Im besonderen Fokus stand hier die Verarbeitung von Hülsenfrüchten zu Lebensmitteln. Diese geht mit Besonderheiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette einher, bietet aber auch allen Beteiligten attraktive Verwendungsmöglichkeiten jenseits des Einsatzes als Nahrungsmittel.

Das AgiL-Team begleitete die Gäste zu fünf Stationen, die den Weg sächsischer Leguminosen veranschaulichten: von Forschung & Entwicklung von Produktinnovationen über Anbau, Aufbereitung und Verarbeitung bis hin zur Vermarktung und Verkauf. Am Ende konnten sächsische regionale Produkte aus Leguminosen verkostet werden.

In fünf Stationen den Weg der Leguminosen verstehen

Die erste Station war der Stand der Dualen Hochschule Sachsen (DHSN). Hier informierten Dr. Madlen Stimming, Prof. Karsten Paditz und Prof. Lutz Daßler über Forschung und Entwicklung, als häufig ersten, aber im Sinne eines Kreislaufes auch ständig wiederkehrenden Schritt in der Wertschöpfungskette. Unter anderem wurde berichtet, wie an der Verwendung von Hülsenfrüchten als Alternative für Methylcellulose geforscht wird.

An der zweiten Station präsentierte sich LeguNet, das Leguminosen-Netzwerk, dass sich bundesweit für den Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung von Körnerleguminosen wie Erbsen, Bohnen, Lupinen, Soja, Linsen und Kichererbsen einsetzt. Hier erklärten Melissa Mitterhuber und ihre Kolleg:innen unter anderem, was bei Anbau, Standort- und Sortenwahl zu beachten ist. In Schauparzellen konnten verschiedene Leguminosen und ihre Samen begutachtet werden. Außerdem stellte sich das Kompetenzzentrum Ökolandbau des LfULG vor.

An der dritten Station führten die Firmen Eutec Agraranlagen und das Ingenieurbüro Barthel praktisch vor, wie Leguminosen zur Verwendung als Lebensmittel aufbereitet werden. Zu sehen war neben einem Siebausleser auch ein Farbsortierer, der mittels Kameratechnik und Luftdüsen in der Lage ist, Fremdkörper aus dem Erntegut zu sortieren. Die Geräte wurden von den fachkundigen Ansprechpartnern der beiden Firmen erklärt und vorgeführt.

An der vierten Station zeigte die Firma Treffler anhand des Mühlomat, wie Leguminosen und Getreide in einer kompakten Anlage vermahlen werden können. Am Stand präsentierte sich außerdem die als Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft im vergangenen Jahr gegründete Lerchenbergmühle. Am Standort in Liemehna stellt diese eine wichtige Schlüsselposition in der regionalen Wertschöpfungskette für Leguminosen dar, da Aufbereitung und ggf. Vermahlung des Ernteguts in unterschiedlichen Größenordnungen angeboten werden können.

An der fünften Station ging es dann schließlich um die Vermarktung von Lebensmitteln aus Leguminosen. Es präsentierten sich unterschiedliche Produzent:innen von Produkten aus Leguminosen, wie Gartenmahlzeit, Hülsenreich, Qio Food, die Früchteverarbeitung Sohra, die Tofubar Chemnitz, Umani und Zaituna. Sie stellten ihre Produkte mit den dazugehörigen Wertschöpfungsketten vor und boten Verkostungen an. Deutlich wurde die große Vielfalt sowohl an Produkten, als auch an Produzent:innen, die in den vergangenen Jahren in Sachsen entstanden ist. Außerdem wurde auch das Regionalportal RegionalesSachsen.de vorgestellt. Hier können sich Erzeuger:innen regionaler Produkte präsentieren und vernetzen und Verbraucher:innen oder gastronomische Einrichtungen gezielt nach regionalen Produkten suchen.

Der Rundgang entlang der sächsischen Wertschöpfungskette der Leguminosen wurde von AgiL, dem Kompetenzzentrum Ökolandbau des Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen (LfULG) sowie den genannten Partner:innen entwickelt und umgesetzt. Er wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Die fünf Stationen der Leguminosen-Wertschöpfungskette im Überblick
Führungen mit AgiL über die Freifläche
Heike Delling (AgiL) und Tilman Barthel vom Ingenieurbüro Barthel, der den Farbausleser vorstellt

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