Regionale Produkte und Begegnung – der Konzept-Store Vanda in Chemnitz

Wir haben mit Stefan Slogsnat vom Konzept-Store Vanda in Chemnitz über den Mehrwert regionaler Produkte und die Vorteile des Einkaufens mit echten menschlichen Begegnungen gesprochen.

AgiL: Hallo Stefan, vielen Dank, dass du dir heute Zeit für ein Interview mit uns genommen hast. Als Anbieter regionaler Produkte bist du für AgiL natürlich sehr interessant. Könntest du das Konzept des Vanda-Stores in Chemnitz einmal vorstellen?

Stefan Slogsnat: Gerne. Uns gibt es mittlerweile seit fast zwei Jahren. Vanda ist ein Shop-in-Shop-System: Regionale Anbieter handgemachter Produkte können bei uns eine kleine Fläche mieten. Wir kümmern uns um Vermarktung und Verkauf – im Laden und in den sozialen Medien. Außerdem haben die Anbieter die Möglichkeit, Workshops anzubieten. Unser Laden ist über 200 Quadratmeter groß, bietet Platz für rund 50 Anbieter und deckt ein breites Sortiment ab – von Kulinarik über Kosmetik und Kleidung bis hin zu Schmuck und Dekoration.

AgiL: Sind die Plätze alle belegt? Worauf legt ihr Wert bei der Auswahl der Anbieter?

Stefan Slogsnat: Momentan sind zwei Plätze frei. Einen halten wir ohnehin immer frei – für Eventualitäten. Uns ist wichtig, dass die Anbieter relativ „unique“, also einzigartig sind, damit sich das Sortiment nicht doppelt. Das hat den Vorteil einer Umsatzmaximierung für die Anbieter, aber eben auch für die Besucher, die dann einfach viele verschiedene Dinge finden. Die Sortimentsvielfalt ist uns sehr wichtig.

Und dann müssen die Produkte natürlich regional sein. Wir definieren Regionalität als Mitteldeutschland: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Alle Anbieter kommen aus diesen Bundesländern.

AgiL: Gibt es Produkte, die du dir im Sortiment noch wünschen würdest?

Stefan Slogsnat: Oh ja, ich hätte unheimlich gerne noch Tee oder Gewürze dabei. Das wären noch interessante Geschichten für unser Sortiment!

AgiL: Wie bist du auf die Idee gekommen, den Konzept-Store Vanda zu gründen?

Stefan Slogsnat: Die Idee hatte ich schon lange in der Schublade. Und sie ist ja auch nicht neu in dem Sinne, aber sicherlich in neuem Gewand. Vom Ursprung her ist es ja nichts anderes als ein Basar: Leute unterstützen sich gegenseitig und nutzen Synergien, in einer genossenschaftlichen Art und Weise. Ähnliche Konzepte gibt es auch in anderen Städten, sogenannte Mietfachläden. Wir wollten es aber von Anfang an ein bisschen anders machen: Die Teilnehmer sollen wirklich Platz haben, sich entfalten, ihr eigenes kleines Lädchen gestalten und direkten Kontakt zu den Besuchern haben. Gerade im regionalen und handgemachten Bereich ist das sehr wichtig.

AgiL: Sind die Anbieter auch selbst im Laden?

Stefan Slogsnat: Sie kommen vorbei, wenn sie ihre Flächen umgestalten oder neue Ware bringen. Im Tagesgeschäft müssen sie aber nicht selbst anwesend sein – das übernehmen wir. Viele haben ja noch einen Hauptjob oder sind mit ihren Produkten auf Märkten unterwegs. Aber natürlich sind sie immer sehr willkommen.

AgiL: Was willst du mit dem Geschäftsmodell erreichen?

Stefan Slogsnat: Natürlich dient es dem Lebensunterhalt. Aber mir geht es auch darum, einen Gegenpol zum Online-Handel zu schaffen. Ich habe noch einen Online-Handel, mit dem ich weltweit unterwegs bin – das ist eine unglaublich anonyme Geschichte.

Worum es mir geht, ist mit dem Laden ein bisschen wegzugehen vom Digitalen. Es gibt uns zwar in sozialen Netzwerken, aber du kannst bei uns nicht online kaufen. Es geht um das Einkaufserlebnis vor Ort, darum die Produkte wirklich zu erleben. Wir wollen weg vom reinen Konsum-Kommerz-Ding und wieder hin zum bewussten Einkauf, zur Möglichkeit, sich mit Produkten und mit Herstellern intensiv zu beschäftigen. Und ermöglicht der Laden sehr gut.

AgiL: Ihr habt ja auch einen Workshopraum – was passiert dort?

Stefan Slogsnat: Den haben wir vor anderthalb Jahren eingerichtet. Unsere Anbieter können ihn für Workshops nutzen. Das Angebot ist inzwischen sehr vielfältig – von Duftkerzen und Schmuck über Seifen und Trockenblumen bis hin zu Papeterie oder Adventskränzen. Gerade im Herbst wird das stark nachgefragt. Also viele Leute sind einfach begeistert von der Idee, nicht nur ein Produkt zu kaufen, sondern Zeit miteinander zu verbringen und dabei was schaffen.

AgiL: Wie kam der Kontakt zu AgiL zustande?

Stefan Slogsnat: AgiL ist auf uns zugekommen. Eure Konzepte zur Existenzgründung passen sehr gut zu uns. Für uns ist es interessant, weil ihr Zugang zu Leuten habt, die ideal in unser Konzept passen. Konkrete Kooperationen gibt es noch nicht, aber wir stehen ja noch am Anfang und freuen uns auf das, was kommt.

AgiL: Was wünschst du dir für die Zukunft der AgiL?

Stefan Slogsnat: Ich wünsche mir, dass AgiL weiterhin ein starkes Netzwerk aufbauen kann, von dem alle profitieren können – durch gemeinsame Vermarktung oder Produktentwicklungen. Ein schönes Beispiel: Ein Marmeladenhersteller, der bei uns ausstellt, sucht sich ganz aktiv regionale Anbieter, mit denen er Produkte zusammen entwickeln kann. Und ich glaube, da ist AgiL die perfekte Schnittstelle, um solche Kooperationen noch stärker zu fördern.

AgiL: Lieber Stefan, herzlichen Dank für das Gespräch.

Der Vanda Store befindet sich in der Brühl 24 in 09111 Chemnitz. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und ab Ende September bis Ende Dezember auch am Samstag von 10 bis 16 Uhr.

Wer Interesse hat und – idealerweise – regionalen Tee oder Gewürze vertreiben möchte, kann sich gerne Bei Stefan Slogsnat melden.

Der Konzept-Store Vanda bringt Menschen zusammen. © Vanda
Regionale Produkte und Gemütlichkeit.

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