Die AgiL stellt vor | Moritz Bubner

Seit Januar 2026 verstärkt uns Moritz Bubner als Berater für regionale Wertschöpfungsketten bei der AgiL. Sein Schwerpunkt ist regionale Wertschöpfung rund um das Bäckereihandwerk.

Warum möchtest du dich für regionale sächsische Wertschöpfungsketten engagieren? Warum sind diese dir wichtig?

Regionale sächsische Wertschöpfungsketten sind für mich ein zentraler Hebel, um Ernährungssysteme nachhaltiger, gerechter und widerstandsfähiger zu gestalten. Ich bin überzeugt, dass regionale Strukturen nicht nur ökologische und ökonomische Vorteile haben, sondern auch soziale und kulturelle Bedeutung tragen.

Mir ist dabei besonders wichtig, nachhaltiges und regionales Wirtschaften so zu organisieren, dass es im Alltag selbstverständlich wird. Verlässliche Strukturen, klare Prozesse und geeignete Standards können dazu beitragen, dass regionales Handeln nicht die Ausnahme bleibt, sondern zur normalen Praxis wird.

Eng damit verbunden ist für mich ein regionales Ernährungsverständnis. Wenn Lebensmittel dort produziert, verarbeitet und konsumiert werden, wo Menschen leben, entstehen Nähe, Verantwortung und Wertschätzung. Werden Produktion und Verarbeitung hingegen stark ausgelagert, führt das häufig zu einer Entfremdung vom Essen, von landwirtschaftlicher Arbeit und von den dahinterstehenden Akteur:innen.

Nicht zuletzt tragen regionale Wertschöpfungsketten zur Resilienz von Ernährungssystemen bei. Sie machen Regionen weniger abhängig von globalen Lieferketten, stärken lokale Betriebe und erhöhen die Fähigkeit, flexibel auf Krisen, Marktveränderungen oder ökologische Herausforderungen zu reagieren. Sachsen bietet hierfür großes Potenzial, das ich aktiv mitgestalten möchte.

Welche Aufgabenschwerpunkte hast Du bei der AgiL?

Meine Arbeit bei der AgiL umfasst vor allem die Beratung und Begleitung von Lebensmittelbetrieben. Daneben entwickle und betreue ich eigene Projekte, mit denen ich regionale Wertschöpfungsketten im Bäckereihandwerk stärken und sichtbarer machen möchte. Wichtig ist mir dabei auch, den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteur:innen entlang dieser Wertschöpfungsketten zu fördern.

Was für einen Ausbildungshintergrund hast Du und was waren Deine beruflichen Stationen, bevor es Dich zur AgiL verschlagen hat?

Durch meinen familiären Hintergrund war ich schon früh mit dem Bäckereihandwerk und lebensmittelbezogenen Themen vertraut. Dieses Interesse habe ich im dualen Bachelorstudium Lebensmittelmanagement an der Dualen Hochschule Sachsen in Dresden vertieft, das ich mit der Bäckerei Möbius in Oederan als Praxispartner absolvierte. Dabei erhielt ich fundierte Einblicke in betriebswirtschaftliche, organisatorische und strategische Fragestellungen von Lebensmittelbetrieben, die ich anschließend in der Strategie- und Geschäftsentwicklung der Bäckerei Bubner einbringen konnte.

Mein weiterer akademischer Weg führte mich nach Kopenhagen, wo ich den Masterstudiengang Integrated Food Studies absolvierte. In diesem interdisziplinären Studium habe ich mich intensiv mit der Transformation von Ernährungssystemen sowie mit deren kulturellen, ökologischen, politischen und technologischen Einflussfaktoren auseinandergesetzt.

Womit beschäftigst du dich aktuell neben deiner Tätigkeit bei AgiL?

Neben meiner Tätigkeit bei AGiL engagiere ich mich in der Organisation kultureller Veranstaltungen und in der Schaffung von Orten, an denen Menschen über gemeinsames Essen zusammenkommen können. Diese Formate sehe ich als wichtigen sozialen Zugang zu Ernährungsthemen.

Nach meinem kürzlichen Umzug nach Leipzig möchte ich mich zudem künftig im Leipziger Ernährungsrat e. V. sowie gegebenenfalls auch bei der Tafel engagieren, um Ernährung aus praktischer, sozialer und politischer Perspektive weiter mitzudenken.

Für welche Themen brennst Du ganz besonders?

Ich brenne besonders für die Frage, wie Essen unseren Alltag, unsere Identität und unser Zusammenleben prägt. Unsere Essgewohnheiten sind tief kulturell und sozial verankert, von regionalen Traditionen bis hin zu gemeinsamen Mahlzeitenroutinen. Essen ist für mich weit mehr als reine Versorgung; es fungiert als Spiegel sozialer Strukturen und erzählt Geschichten über Herkunft, Werte und Lebensweisen.

Moritz Bubner © privat

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